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Geschichte der Landi Hüttwilen u. Umgebung

Anässlich der 75 Jahr Feier der Landi Hüttwilen u. Umgebung

In Jeder grösseren und kleineren Gemeinde existierte ein Landw. Verein. Die meisten dieser Landw. Vereine hielten gemeinsame Maschinen. Heute würde man Maschinenring sagen.

Also eine Selbsthilfeorganisation. Mit Säkarren, Wiesenegge, Striegel und Walze war das vielfach das ganze Inventar. Und Doch wollte man damals schon so Kosten sparen.

Die Landwirtschaftlichen Vereine waren damals alles selbstständige einfache Gesellschaften.

In den 30iger Jahren schlossen sich dann viele Vereine dem V.O.L.G. in Winterthur an. VOLG heisst ja bekanntlich Verband Ostschweizer Landwirtschaftlicher Genossenschaften.

So beschlossen am 31.Juli 1932 auch die Hüttwiler Landwirte sich dem VOLG anzuschliessen.

Als Argumente zum Beitritt VOLG Winterthur wird festgehalten:

Bessere Konditionen beim Wareneinkauf wie Futter und Düngemittel und die Möglichkeit Landw. Produkte über den Verband abzusetzen.

Im Protokoll war dann zu lesen:

Mit grossem Mehr wird der Antrag der Kommission des Landw. Vereins Hüttwilen möchte sich dem VOLG in Winterthur anschliessen, zum Beschluss erhoben.

Darum können wir dieses Jahr den 75-igsten Geburtstag unserer Landi, wie es jetzt heisst feiern.

Doch ohne Geburtswehen ging es auch damals nicht. Mussten doch auch die Statuten genehmigt werden.

Die Musterstatuten vom VOLG wurden beraten wo es unter anderem hiess:

Jede Genossenschaft müsse sich im Handelsregister eintragen.

Für sämtliche Genossenschafts Verbindlichkeiten haftet die Genossenschaft mit Ihrem Vermögen und nachher die Mitglieder solidarisch.

Das passte wohl nicht allen. Ein Vorstandsmitglied unterschrieb die Beitrittserklärung nicht, so musste im Dez. eine ausserordentliche Generalversammlung einberufen werden um ein neues Vorstandsmitglied zu wählen.

Der erste Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

Als Präsident: Gemeindeamann Jan Stucki

Aktuar: Hagmann Jakob

Verwalter: Heinrich Huber

Weitere Mitglieder: Wettstein Jakob, Schlatter Johann

Revisoren: Kantonsrat Wüger, Keller Pius

Sorgen bereitete der Genossenschaft damals die hohen Restanzen. Der neue Geschäftsführer bekam den Auftrag von der Kommission, die anstehenden Schulden innerhalb eines Jahres einzutreiben. Ansonsten er die Betreibung einleiten muss. Der Umsatz der Genossenschaft in den ersten Jahren betrug immer so zwischen Fr. 50000.- Und Fr. 55000.- mit Reingewinnen von bis Fr. 700.- .Es gab auch negative Abschlüsse. In der Kommissionssitzung vom 20.März 1937 war wieder einmal von den Restanzen zu lesen, die ein Rekordhoch von Fr. 11000.- aufweisen. Es wurde sogar der Vorschlag gemacht ein Mitglied aus der Genossenschaft auszuschliessen, da er der Genossenschaft einen Verlust von Fr. 400.- erbracht hat.

An der Kommissionssitzung vom 9.März 1939 wird beschlossen, dass das besagte Mitglied aus der Genossenschaft ausgeschlossen wird, da es sich noch der Jungbauernbewegung angeschlossen hat.

Der Ackerbau nahm in den 40er Jahren immer mehr an Bedeutung zu. Im Jahre 1941 wurde der erste Bindemäher angeschafft, der mit 50% von Bund und Kanton Subventioniert wurde. Somit Kosten für die Genossenschaft noch Fr. 1500.- anfielen. Die Zeiten der Genossenschaft wurde in den 40er Jahren sichtlich besser. Konnte doch im Jahr 1948 ein Gewinn von Fr.3565.- erzielt werden.

Für Abwechslung im Alltag sorgte eine Car fahrt nach Winterthur zum Volg. 60 Frauen und Männer nahmen an der Exkursion teil. Nach einer Begrüssung teilten sich Frauen und Männer. Die Frauen besuchten einen Versuchsgarten, die Männer besichtigten Müllerei, Kellerei und Werkstatt. Anschliessend wurde ihnen ein währschaftes Mittagessen offeriert.

Am Nachmittag war eine Besichtigung des Flughafens Kloten auf dem Programm. Diese für die meisten noch nie gesehene so grosse Anlage hinterliess einen mächtigen Eindruck.

Für die Unterbringung der verschiedentlich angeschafften Maschinen wurden 1953 Baupläne erarbeitet. Zusammen mit der Ortsgemeinde einigte man sich auf einen Anbau westlich des Schlachthauses. Der Bau soll von der Ortsgemeinde im Alleineigentum gebaut werden. Die L.G. mietete sich ein mit einem jährlichen Mietzins von Fr. 700.-. An der Jahresversammlung 1964 beschloss die Versammlung Fr. 50000.- bereitzustellen für eine allfällige Beteiligung an einem Kartoffellager in Oberstammheim. Das Kartoffellager wurde aber nie realisiert.

1965 war für die L.G. ein historisches Jahr. Die Versammlung beschloss mit grossem Mehr die Liegenschaft Ruoss zu kaufen. Die Jahre danach wurden extrem viele Maschinenwünsche von Mitgliedern angebracht. Es kam vor dass, die L.G. bis drei ,vier Maschinen kauften. Die Genossenschaft war scheinbar auch in den umliegenden Gemeinden bekannt für gut gewartete Mietmaschinen.

In einer Kommissionssitzung vom Herbst 1971 versucht ein Hr. Dütsch vom Volg die Genossenhaften Buch, Uerschhausen, Nussbaumen und Hüttwilen zu fusionieren.

Hr. Dütsch blieb aber aus verschiedenen Gründen erfolglos.

Im Februar 1975 gab es einen Verwalter Wechsel. Nach 43 Jahren als Verwalter gab Hr. Heinrich Huber sein Amt als Verwalter ab.

Als Nachfolger wurde Hans Bachmann gewählt. Bachmann führte die Genossenschaft ebenfalls im Nebenamt.

Die ehemalige Liegenschaft Ruoss wurde allmählich zum Pflanzenschutz-, Dünger- und Futtermittellager umgebaut.

Ende 1978 war erstmals die Rede von einem allfälligen Laden. Auf Einladung der Gemeindebehörde trafen sich Ladenbesitzerin Frau Lieber, Vertreter der Landw. Genossenschaft und er Ortsbehörde im Rest. Sonne zu einem Gedankenaustausch. Die Frage war, wie lang bleibt Frau Liebers Usegolädeli, braucht das Dorf in Zukunft einen Laden?

An der G.V. vom 22.7.83 beschliesst die Versammlung, dass die Landw. Genossenschaft als Bauherrin und Betreiberin eines Volg Ladens bereit ist und beschliesst auch gleich einen Planungskredit von Fr. 25000.- wurde später aufgestockt auf Fr. 50000.-.

In geheimer Abstimmung mit 28 ja zu 6 nein und 3 Enthaltungen stimmten die Genossenschafterinnen und Genossenschafter am 23.11.84 dem Bauprojekt zu. Es beinhaltet einen Laden und 3 Wohnungen. Bausumme ca. 1.9 Mio. Fr. Inklusiv Zivilschutzanlage.

Der Bau wurde im Baurecht erstellt. Die Gemeinde kauft das Land von Max Wüger, erstellt Ihre fehlenden Zivilschutzplätze und die Genossenschaft baut Ihre Räumlichkeiten darauf.

Die Baueingabe war am 7.März 1986.

Auch damals ging es nicht ohne Einsprachen, was das ganze Bauvorhaben in die Länge zog.

Im April 1988 konnte der Volg Laden dann feierlich Eröffnet werden. Wer könnte sich heute Hüttwilen ohne diesen Laden vorstellen? Man dachte nun haben wir für längere Zeit Ruhe, was das Bauen anbelangt.

Weit verfehlt! Der Laden wurde bis heute bereits 4 mal an- oder Umgebaut. Im Jahr 1987 hält der erste Computer in unserem Geschäft Einzug Kostenpunkt Fr.28000.-

An einer ausserordentlichen G.V. vom 7. Okt. 1988 bewilligten die Mitglieder ebenfalls einen Baukredit von Fr. 180000.- für einen Hallenbau an die bestehende Scheune der Landi.

Im Frühjahr 1989 wurde dann mit viel Eigenleistungen die neue Lagerhalle mit Maschinenunterstand gebaut.

Ein weiterer Meilenstein unserer Genossenschaft war die Fusion mit der Landw. Genossenschaft Herdern- Lanzenneunforn. Daraus entstand dann die Landi Hüttwilen u. Umbebung. An der ausserordentlichen G.V. vom 7. Okt. 1997 stimmte die Versammlung dem Fusionsvertrag zu. In der 75 jährigen Geschichte unserer Landi haben sich konsumverhalten Verkaufsartikel, Produkte Handel, Vorschriften und Arbeitsabläufe schon so manchmal geändert. Um weiterhin bestehen zu können mussten eben immer wieder Anpassungen gemacht werden. Die letzte grosse Anpassung wurde am 26./27.Febr. 2004 feierlich eingeweiht. In zwei Etappen wurde Landi Laden, Pflanzenschutzlager, Getränkelager, 3 Kühlzellen für Früchte und Gemüse, sowie ein Rüst und Produkte Annahmeraum gebaut bezw. umgebaut.

Ein gelungenes Werk, das hoffentlich längere Zeit dem Zweck dient. Unser Betrieb ist quasi in 4 Sparten gegliedert.

1. Volg Laden

2. Landi Laden mit Getränke

3. Hilfsstoffe

4. An und Verkauf von Beeren und Gemüse

Mit einem tollen Team von 6 Vollzeit und 5 Teilzeit Arbeiterinnen und Arbeiter sowie einer Lehrtochter wird oder werden die Betriebe in Schuss gehalten.

Alle die je an unserem Werk „ Landi „ mitgeholfen oder gearbeitet haben, sei es als Kunde, Mitarbeiter oder Vorstandsmitglied möchte Ich mich im Namen der Verwaltung recht herzlich bedanken.

Für die Verwaltung

Der Präsident

LANDI Hüttwilen, Im Winkel 4, 8536 Hüttwilen

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